von Ralf:
Der Frühjahrssprint stand an: 200 km durchs Baruther Urstromtal. Anders als letztes Jahr spielte heute auch das Wetter mit: es war schön sonnig, aber kalt. Kalt kennen wir ja vom letzten Jahr, sonnig war neu. Den lieben Gott hatten wir ausgetrickst, ich habe ihm gesagt, ich fahre nicht mit, da hat er die Sonne scheinen lassen. Fast 80 Starter machten sich auf den Weg. Wegen der diesjährigen
Qualifikation für Paris-Brest-Paris waren auch wieder einige Starter aus Polen dabei, die ich noch von vor 4 Jahren kannte. Auch Peter, mein Vorgänger als Organisator, gab sich die Ehre. Es waren viele Teilnehmer vom letzten Jahr dabei.
Auf dem ersten Teilstück nach Hennickendorf hatte ich die Ampeln im Berliner Stadtgebiet so programmieren lassen, daß das Starterfeld zusammenbleiben konnte, das klappte auch. In einem großen Pulk mit fast allen Teilnehmern rasten wir mit teilweise 40km auf Hennickendorf zu, glücklicherweise ohne Unfälle.
Nach Nettgendorf teilte sich das Feld: die schnellen Leute rasten mit Rückenwind weiter in Richtung Golssen, die anderen (darunter auch ich) ließen es gemütlicher angehen oder aßen erst mal ein lecker Mettbrötchen (Kontrollstelle: Landfleischerei Nettgendorf) Das Teilstück bis Golssen ist nicht spektakulär, aber gut zu fahren: Nach links der Ausblick aufs Baruther Urstromtal, nach rechts der Blick auf die das Urstromtal begrenzende Hügelkette. Schon weit vor Baruth zeigt uns der Anblick der Zwillingskirchtürme, das wir auf dem richtigen Weg sind. In Golssen gab es lecker Bockwurst an der Tanke. Nach Golssen geht es auf einem kleinen Abschnitt des Dahmeradwegs durch eine wunderschöne Auenlandschaft, bis uns in Halbe die Zivilisation wieder hat. Bei Teupitz an der Tanke hielten wir uns nicht länger auf, sonderten ballerten die Kopfsteinpflasterabfahrt nach Teupitz rein, deren rechte Seite ich letzte Woche noch habe teeren lassen. Ab nun war Gegenwind angesagt, das lässige Rumrollern war vorbei, jetzt mußte Butter bei die Fische. Der "Berg" bei Wünsdorf mußte gemeistert werden, er zeigte gnadenlos Schwächen in der Frühjahrsform auf. Da kam Nass' Gasthof gerade recht: die letzte Kontrolle, ein uriger Landgasthof mit leckerem, selbsgemachten Kuchen (nein, nicht Coppenrath und Wiese!) verführte uns zu einer Pause. Hier trafen viele Grüppchen aufeinander, einige Fahrer genossen die wärmenden Sonnenstrahlen draußen vor dem Gasthof.
Aber es nützt nichts: wir mussten zurück nach Berlin. Im Amstelhouse, unserem neuen Startort, warteten lecker Nudeln auf uns, dazu ein paar Bier. In netter Runde ließen wir den Tag ausklingen und tauschten Pläne für die kommende Saison aus.
Es hat Spaß gemacht, wir sehen uns beim 300er!

Grüße Ralf