von Dietmar :
Das fängt ja gut an: mittelmäßig geschlafen, auf den letzten Drücker aufgestanden, und dann noch das: nach 10 Minuten im Auto klickte es im Kopf- ich hatte meine Trinkflaschen vergessen. Also umdrehen und noch später wieder Richtung Amstelhouse. Dort steht die Meute schon startbereit vorm Haus. Ralf kramt meine Brevetkarte nur nach einem massiven Bestechungsversuch meinerseits- „Du bekommst dann ein Bier heute abend“, aus seinem Rucksack heraus. Ab ging die Post. Die erste Gruppe zeigte mir schnell, wo ich hingehöre: ins hintere Mittelfeld. In Wilhelmruh krachte ein polnischer Kollege nach einem Schlenker eines anderen Fahres heftig auf die Straße und stand glücklicherweise nur mit leichten Blessuren wieder auf. Die herrliche Sonne erhellte das Gemüt, der heftige Gegenwind arbeitete allerdings genauso gegen die gerade erwachte Kampfmoral. Mit Hans, meinem mittlerweile standardmäßigem Gefährten, kurbelte ich dann nach Zehdenick. Die Gruppe wurde wieder größer. Das Selbstbewußtsein auch. Die Drehzahl der Windräder in der Gegend von Mildenberg zeigte uns, warum wir eher zäh vorankamen. Nach viel Natur und noch mehr Wind trafen Hans und ich in Mirow wieder ein größeres Rudel von Kollegen, das sich allerdings vor uns wieder auf den Weg machte. Ein Mitstreiter der Randonneursaltersfraktion kehrte trotz Triathlonlenkervorteil hier um und zog es vor, einen gemütlichen Nachmittag zuhause zu verbringen, statt sich wie wir weiterzuplagen.

Die polnischen Freunde im Nacken, kurbelten wir zu Dritt nach Kratzeburg. Danke, Ralf, für die Naturerlebnisstrecke vom Feinsten. Wald, Wiesen, Seen, Adler?, kurzum alles was Meckpomm so zu bieten hat, durften wir erleben. Und dann ein Stück Erdbeerkuchen im Cafe Piccolino. Genuß pur. Dann hatte Ralf fieserweise reichlich viele kurze Hügel in die Strecke eingebaut. Mein Garmin kündete am Abend von über 1700Hm! Und das im Flachland.

Gemeinsam mit Hans erreichte ich den Bahnhof St.Moritz- nein! Keine Bange- auch im Flachland. Eine tolle Kneipe mit einer raumgreifenden, über den Köpfen fahrenden Modelleisenbahn. Und überaus freundlichen Wirtsleuten. Wir wollten gar nicht mehr weg.

Den Rückenwindteil bestritten wir dann im Team mit Frank, dem Ruderer aus Borgsdorf, Miriam und einem weiteren Kollegen. Im Teamwork gind es locker nach Templin und nach Wurst , Kaffee und einem Liter Cola in den Flaschen weiter in den Abend hinein. Miriam zeigte uns, dass Sie durchaus mit Ralfs Nähmaschinentrittfrequenz konkurrieren kann. Frank machte die Pace. So flogen wir- gefühlt- in die Mondnacht. Und sammelten in der Nähe von Liebenwalde einen hier absichtlich ungenannten tollkühnen Radler auf, der ohne jegliche Beleuchtung unterwegs war. Fürsorglich, wie Randoneure nun mal sind, statteten wir ihn mit ordentlich Licht aus. Fast beschlich uns das Gefühl, dass er am liebsten lichtlos weitergedüst wäre.

Irgendwann gegen 23.00 Uhr trudelten wir im Amstelhouse ein. Lecker Pasta wartete. Wir als Spätankömmlinge mußten allerdings vorm Genuß noch die Bedienungstücken der Mikrowelle überwinden. Frank forderte das versprochene Bierchen ein. Und die Resttruppe verquatschte sich noch bis Mitternacht. Dann die Verabredung zum 400er- was sonst.

Danke, Ralf, für die klasse Strecke und 12 Stunden Sonne. Weiter so.

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